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Dr. med. Holger Kaschube | Dr. med. Isabel Linares | Dr. med. Andrea Winkgen & Kollegen

Cross-Linking bei Keratokonus

Unter der Augenkrankheit Keratokonus versteht man eine fortschreitende Ausdünnung und Verformung der Hornhaut. Von dieser krankhaften Entwicklung, die meist auf einem Auge stärker ausgeprägt ist, ist durchschnittlich jeder 2000. Deutsche betroffen, wobei überdurchschnittlich viele Männer diese Diagnose erhalten.

Regional kann der Keratokonus deutlich häufiger auftreten. Meist wird die Diagnose zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr gestellt; er kann in seltenen Fällen aber auch bereits im Kindesalter oder jenseits des 50. Lebensjahres auftreten. Erste Anzeichen der Erkrankung sind häufige Brillenkorrekturen mit drastischen Veränderungen der Achse. Im Laufe der Zeit nimmt die kegelförmige Hornhautverkrümmung immer mehr zu und ist im fortgeschrittenen Stadium auch mit bloßem Auge von der Seite erkennbar. Die Deformationen führen zu einem unscharfen und verzerrten Sichtbild, die Betroffenen sind blendempfindlicher und sehen manchmal Doppelbilder. Bleibt die Krankheit lange unbehandelt, können die zunehmende Verdünnung und Verkrümmung der Hornhaut kaum noch mit Hlfe einer Brille ausgeglichen werden. Im schlimmsten Fall platzt die Hornhaut im Bereich der dünnsten Stelle und das Auge kann auslaufen.

Im Augenzentrum Lüdenscheid behandeln wir den Keratokonus mit dem Cross-Linking-Verfahren. Mit dieser innovativen Methode können wir die weitere Vorwölbung der Hornhaut, die durch eine zu geringe Hornhautstabilität verursacht wird, stoppen. Die Ergebnisse sind ausgezeichnet, insbesondere da wir durch Hightech-Untersuchungsgeräte in der Lage sind, einen Keratokonus in ganz frühen Stadien zu diagnostizieren, lange bevor sich die Sehkraft irreparabel verschlechtert.

Wie läuft die Behandlung ab?

Schaffte früher allein die Transplantation einer Spenderhornhaut Abhilfe bei einem diagnostizierten Keratokonus, so stehen der Augenheilkunde heutzutage andere erfolgreiche Therapieformen zur Verfügung: Mithilfe eines eigens für dieses Krankheitsbild entwickelten medizinischen Geräts stabilisieren unsere Fachärzte am Augenzentrum Lüdenscheid die körpereigene Hornhaut in einem photochemischen Prozess und können sie so erhalten. Das Fortschreiten der Vorwölbung wird durch das sogenannte Cross-Linking-Verfahren aufgehalten, bei dem durch die Quervernetzung der Cornea (Hornhaut) die weiche, instabile Hornhaut versteift wird.

Früher wurde Im Rahmen des Eingriffs zunächst das Epithel (obere Zellschutzschicht der Hornhaut) entfernt, wobei das behandelte Auge durch die Gabe betäubender Tropfen schmerzunempfindlich gemacht wurde. Danach wird die Hornhaut mit einer Riboflavin-Lösung (Vitamin B2) beträufelt und im Anschluss etwa eine halbe Stunde lang mit einer UV-A-Lichtquelle bestrahlt. Während der Bestrahlung wird zur Photosensibilisierung weiterhin alle zwei Minuten eine Riboflavin-Lösung ins Auge getropft, wo angeregt durch das UV-Licht ein photomechanischer Prozess ausgelöst wird: Es entstehen Brückenverbindungen zwischen den Kollagenfasern der Hornhautlamellen. Durch diese Quervernetzungen werden die Formfestigkeit und Stabilität der Hornhaut erhöht und die Krankheit kann im Normalfall zum Stillstand gebracht werden. Die meisten Patienten wählen heute die etwas teurere sogenannte transepitheliale Methode, bei der die Hornhautschutzschicht unverletzt bleibt. Hierdurch können Schmerzen nach dem Eingriff und vor allem das Infektionsrisiko vermieden werden. Nach der ambulanten Operation kann auf eine Verbandskontaktlinse, die früher ca. eine Woche getragen werden musste und auf antibiotische und cortisonhaltige Augentropfen verzichtet werden. Es kann einige Wochen dauern, bis Ihre Sehleistung nach dem Cross-Linking wieder dem Wert vor dem Eingriff entspricht. Viele Patienten geben nach der Behandlung eine Sehverbesserung an.

Von der Bestrahlung gehen bei fachgerechter Anwendung (Hornhautdicke größer 400 Mikrometer) keine nachweislichen Gefahren für die Hornhautinnenschicht (Epithel), die körpereigene Linse oder die Netzhaut aus, da das UV-Licht zum absolut überwiegenden Teil von der Hornhaut aufgenommen wird, wo es in Kombination mit der Riboflavin-Lösung stabilisierend wirkt. Hornhautdeformationen, die vor dem Cross-Linking entstanden sind, können durch den Eingriff allerdings nicht wieder rückgängig gemacht werden. Ziel der Kollagenquervernetzung ist es, die Krankheit zu stoppen und den momentanen Zustand zu konservieren. Es ist daher sinnvoll, die Behandlung in einem möglichst frühen Stadium der Krankheit vornehmen zu lassen. Fast immer tritt der gewünschte Stabilisierungseffekt bereits nach einem einmaligen Cross-Linking-Eingriff ein. Regelmäßige Nachkontrollen sind nach der Operation entscheidend, um den Krankheitsverlauf zu überwachen und den Erfolg des Cross-Linking langfristig zu gewährleisten. Die OP-Methode eignet sich auch zur Stabilisierung nach Augenlaserkomplikationen (sog. Keratektasie).

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