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Dr. med. Holger Kaschube | Dr. med. Isabel Linares | Dr. med. Andrea Winkgen & Kollegen

Netzhauterkrankungen

Erkrankungen der Netzhaut sind deshalb besonders tückisch, da sie lange Zeit unbemerkt bleiben können: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzfasern, so dass nicht mit Schmerzen, den Warnsignalen des Körpers, zu rechnen ist. Umso wichtiger ist es, allen Veränderungen des Sehvermögens Beachtung zu schenken und seine Augen regelmäßig durch fachärztliche Vorsorgeuntersuchungen kontrollieren zu lassen.

Makuladegeneration

In der westlichen Welt ist die Makuladegeneration bei Menschen über 60 Jahren die Hauptursache für schwere Sehbehinderungen bis hin zum Erblinden. Bei dieser Erkrankung degenerieren Sehzellen am Ort des schärfsten Sehens, dem sog. gelben Fleck.

Ursache für die Makuladegeneration sind Stoffwechselprobleme. Anfallende Abfallprodukte werden nicht mehr richtig entsorgt und es kommt zu Ablagerungen unter der Netzhaut. Daraus resultieren Sehstörungen, in einem späteren Stadium gehen Lichtsinneszellen zugrunde. Erste Anzeichen einer sog. altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) sind eine verschwommene oder verzerrte Sicht bzw. ein schwarzer Fleck in der Mitte des Gesichtsfelds.

Die AMD tritt in zwei Formen auf: als trockene oder feuchte Makuladegeneration.

  • Mehr als dreiviertel der Patienten mit Makuladegeneration leiden an der trockenen Form. Im Frühstadium der trockenen AMD lagern sich kleine, gelbliche Abfallprodukte unter der Makula ab, die man als Drusen bezeichnet. Die Sehfähigkeit ist zunächst nur wenig beeinträchtigt. In einem späteren Stadium der trockenen Makuladegeneration kommt es zu einer Zelldegeneration im Bereich der Makula. wobei mit erheblichen Sehbehinderungen bis hin zu einem vollständigen Ausfall des zentralen Gesichtsfelds zu rechnen ist.
  • Die seltenere feuchte Makuladegeneration kann sich aus der trockenen Form entwickeln und ist wesentlich gefährlicher. Durch ein Einwachsen schadhafter neuer Gefäße von der Aderhaut in Richtung Netzhaut kommt es zu Blutungen und Wassereinlagerungen (Makulaödem). Es bilden sich bleibende Vernarbungen der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens und Lichtsinneszellen sterben ab. Die feuchte AMD ist gekennzeichnet durch einen raschen Verlust der Sehschärfe bis hin zu schlagartiger Blindheit.

Diabetische Retinopathie

Im Laufe der Jahre führt eine unbehandelte erhöhte Blutzuckerkonzentration zu Gefäßschäden im ganzen Körper. Hiervon sind auch die Augen betroffen: Durch die hohen Zuckerwerte verändern sich die Blutgefäße der Netzhaut, was Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung nach sich ziehen kann. Diese Folgeerscheinung von Diabetes mellitus wird diabetische Retinopathie genannt.

Man unterscheidet folgende Formen der diabetischen Retinopathie:

  • Nicht proliferative Retinopathie:
    Bei dieser leichteren Form der diabetischen Retinopathie sind die Gefäßveränderungen auf die Netzhaut beschränkt. Hier kommt es aufgrund der erhöhten Blutzuckerwerte beispielsweise zu kleinen Blutungen, Venenveränderungen oder Ablagerungen von Fett- und Eiweißstoffen. Oft sind in diesem Stadium noch keine oder nur leichte Sehbehinderungen festzustellen.
  • Proliferative Retinopathie:
    Wird die diabetische Retinopathie nicht rechtzeitig behandelt, sind Durchblutungsstörungen der Netzhaut die Folge. Dadurch wird die Bildung neuer minderwertiger Blutgefäße angeregt, die auch in den Glaskörper hineinwachsen können. Aus den krankhaften Gefäßwucherungen kann es zu Einblutungen ins Augeninnere kommen, die das Sehvermögen sehr stark beeinträchtigen. Die Netzhaut kann von dem sie ernährenden Untergrund, der Aderhaut, durch das Einwachsen von Gefäßen und Bindegewebe in den Glaskörper sogar vollständig abgelöst werden. Im schlimmsten Fall ist hierbei mit Erblindung oder dem Verlust des Auges zu rechnen.
  • Diabetische Makulopathie: Bei Patienten mit diabetischer Retinopathie kann auch die Makula, die Stelle des schärfsten Sehens, im Mitleidenschaft gezogen werden. Wenn Flüssigkeit, Eiweiß oder Fette aus geschädigten Gefäßen austreten, kann es zu einem Makulaödem kommen. Die Betroffenen sehen verschwommen und können innerhalb kurzer Zeit erblinden.

Viele Patienten bemerken lange Zeit nicht, dass sie unter diabetischer Retinopathie leiden, da die Netzhaut schmerzunempfindlich ist. Es ist daher besonders wichtig, dass Diabetiker regelmäßig augenärztliche Vorsorgetermine wahrnehmen und alle Veränderungen Ihres Sehvermögens ernst nehmen.

Gefässverschlüsse der Netzhaut (Thrombose, Embolie)

Im gesamten menschlichen Körper kann es zu einem Gefäßverschluss kommen, so auch im Auge. Wenn die Zentralvene oder ein Venenast betroffen ist, spricht man von einer Thrombose, ist die Arterie verstopft, von einer Embolie. Beide Verschlüsse ziehen einen plötzlichen deutlichen Sehverlust und unterschiedliche Komplikationen nach sich.

Vitreomakuläre Traktion

Von einem vitreomakulären Traktionssyndrom (VTMS) spricht man, wenn sich der Glaskörper (Corpus Vitreum) von der Netzhaut abhebt, sich dabei aber nicht vollständig von der Makula löst. Aufgrund dessen wird ein Zug (Traktion) auf die Makula ausgeübt, mit der Folge, dass die Sehschärfe abnimmt und das Sehen verzerrt ist. Bisher war zur Behandlung des vitreomakulären Traktionssyndroms ein chirurgischer Eingriff in Form einer Vitrektomie notwendig. Inzwischen wurde ein neues Medikament entwickelt, das dazu dienen soll, die Verbindung zwischen Glaskörper und Makula aufzuheben.

Sofern die Sehkraft nur leicht beeinträchtigt ist, wartet wir zunächst ab, ob eine vollständige Ablösung des Glaskörpers von selbst eintritt. Geschieht dies nicht und verschlimmern sich die Symptome, war es bislang erforderlich, den Glaskörper mittels einer sogenannten Vitrektomie zu entfernen.

Seit März 2013 befindet sich jedoch ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Ocriplasmin auf dem Markt, mit dessen Hilfe die Adhäsion zwischen Glaskörper und Netzhaut gelöst werden kann. Das Medikament wird über eine Injektion direkt in den Glaskörper eingebracht.

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